Facebook Notizen – Bloggen ohne Blog?

Notizen versus Blog
Eine Notiz macht noch lange kein Blog

Seit einiger Zeit gibt es eine neue alte Funktion auf Facebook, die Profilen und Seiten zur Verfügung steht: die Facebook Notizen. Alt ist diese Funktion, weil sie schon vor circa zehn Jahren eingeführt wurde. Neu an ihr ist die Politur, die Facebook ihr verpasst hat. Auf den ersten Blick haben diese Notizen nun nämlich etwas von Blogbeiträgen, ganz im Stile von WordPress und anderen Bloganbietern. Doch macht es Sinn, das Portal des Teilens, Gefallens und Kommentierens nun auch für den eigenen Content zu nutzen?

Facebook Notizen – im Profil

Wenn Sie die Facebook Notizen im Rahmen eines privaten Profils nutzen möchte, müssen die Funktion wahrscheinlich erst einmal zuschalten. Dies geschieht über den Mehr-Tab und die Option Abschnitte verwalten. Klick darauf öffnet einen Dialog, in dem Sie Ihre Bereiche hinzu- und abschalten sowie die Reihenfolge bestimmen können. Notizen finden Sie wahrscheinlich als letzten Eintrag in der Liste. Setzen Sie hierfür ein Häkchen und speichern Sie Ihre Auswahl. Fortan finden Sie Notizen als Eintrag unterhalb des Mehr-Tabs.

Facebook Notizen – auf Seiten

Auf Facebook-Seiten sind Notizen viel offensichtlicher vertreten: Sie erscheinen auf der Startseite in der linken Seitenspalte unterhalb des Profilbildes.

Eine Facebook Notiz erstellen und bearbeiten

Für beide, Profil wie Seiten, verhält es sich mit dem Erstellen und Bearbeiten von Notizen gleich: Über Notiz hinzufügen gelangen Sie in die Bearbeitung, die Sie vor dem Veröffentlichen erst einmal abspeichern können. Sodann entsteht ein Entwurf, den Sie zu einem späteren Zeitpunkt überarbeiten und – wenn Sie dies wollen – veröffentlichen können. Vor der Veröffentlichung können Sie auswählen, an welche Zielgruppe (öffentlich, Freunde, eine benutzerdefinierte Liste) diese Notiz gehen soll. Auch können Sie Ihre Notiz löschen. Hierfür wählen Sie Notiz bearbeiten. Den Button zum Löschen finden Sie im Fußbereich der Notiz.

Unterschiede zwischen Posting und Notiz

Facebook Notizen
Kommt deutlich hübscher daher als ein handelsübliches Posting

Der wesentliche Unterschied zwischen einem handelsüblichen »Was machst du gerade?«-Posting und einer Notiz ist der Blog-Charakter des Letzeren. Wie ein Blogbeitrag hat die Notiz einen Header, einen Titel, die Meta-Angaben Autor und Veröffentlichungsdatum sowie einen Textbereich, der sich im gewissen Maße formatieren lässt. Dazu gehört auch, dass sich hier Bilder und Video in den Text einbinden lassen.

Auch nach der Veröffentlichung ist die Ähnlichkeit mit einem Blogbeitrag relativ groß: Vergleichbar mit einem angeteaserten Beitrag auf einer Blogseite stellt Facebook die Notiz in der Timeline der Freunde beziehungsweise Fans mit einem Textausschnitt und einem Weiterlesen-Button bereit.

Bloggen wir nun auf Facebook?

Wenngleich die Unterschiede zum Arbeiten auf dem eigenen Blog nun also gar nicht mal so groß sind, ist es sicherlich nicht anzuraten, auf das eigene Blog zu verzichten. Auch ohne diese aufgehübschte Funktion war es schon keine gute Idee, den eigenen Content komplett in die Hand dieses US-amerikanischen Unternehmens zu legen. Noch immer gilt die Strategie:

Behalten Sie die Kontrolle über Ihre Inhalte und nutzen Sie Facebook nur, um anderen davon zu erzählen.

Auf Facebook können Ihre Freunde oder Fans über Ihre Inhalte sprechen, sie teilen oder mit hochgestrecktem Daumen bewerten. Das Zuhause Ihrer Texte und Bilder sollte aber noch immer Ihre eigene Website sein.

Wozu sind Facebook Notizen dann gut?

In unseren Augen ist der hauptsächliche Nutzen dieser Notizen das hübschere Erscheinungsbild gegenüber einem normalen Posting. Notizen fallen im Vergleich zu Postings mehr auf. Zumindest gilt dies aktuell, da offenbar noch nicht allzu viele Nutzer diese Funktion für sich entdeckt haben. Wenn Sie die Notiz nun also dafür verwenden, um Aufmerksamkeit für Ihren Blogbeitrag oder einen Ihrer sonstigen Inhalte Ihrer Website zu schaffen, haben Sie etwas mehr gestalterische Freiheit. Sie können einzelne Worte oder Wortketten fett oder kursiv auszeichnen und Links setzen. Ferner können Sie auch Zwischenüberschriften oder Zitate einfügen. Aber Sie haben keinen Einfluss zum Beispiel auf die Schriftart oder die Schriftgröße, den Absatzabstand oder die Zeilenhöhe. Von Hintergrundfarbe oder –bildern ganz zu schweigen. Somit sieht dann doch jede Notiz so aus wie die anderer Nutzer. Und das wäre dann so, als würde jede Website mit demselben Theme arbeiten. Der gestalterischen Freiheit sind also klare Grenzen gesetzt.


Beitragsbilder: Britta Kretschmer

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