Frühjahrsputz in Sachen Website: WordPress aufräumen

WordPress aufräumen
Damit der Gilb auf der Website keine Chance hat: WordPress aufräumen!

Wenn es eine Jahreszeit gibt, in der ich tatsächlich das Bedürfnis habe zu putzen, dann ist es der Frühling. Dieses Bedürfnis, das Nest auf Vordermann zu bringen, lässt sich natürlich auch auf andere Besitztümer übertragen. Das Auto zum Beispiel. Oder die WordPress Website. Gerade wenn Sie nicht ständig in Ihrem Backend unterwegs sind, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, auch hier mal Klarschiff zu machen. Ohnehin sollten Sie immer wieder mal Ihr WordPress aufräumen. Warum also nicht jetzt, da die Sonne den Gilb an den Tag bringt?

Was heißt WordPress aufräumen?

Der Frühjahrsputz in Sachen WordPress Website sollte sich sowohl auf inhaltliche als auch auf gestalterische und technische Aspekte beziehen. Dabei sollten zwei zentrale Gesichtspunkte im Vordergrund stehen: Aktualität und die Frage »Brauche ich das wirklich (noch)?« In einer Hinsicht gelten sogar beide auf einmal:

Sollten Aktualisierungen für Ihre Installation nötig sein, führen Sie sie jetzt sofort durch, denn die brauchen Sie wirklich!

1. Inhalte: Texte

WordPress aufräumen heißt sicherlich zuerst einmal, sich alle Inhalte daraufhin anzuschauen, ob diese überhaupt noch aktuell sind. Wie sieht es mit Ihren Angeboten aus: Hat sich im Laufe des letzten Jahres etwas verändert? Stimmen Ihre Preise oder Ihre Öffnungszeiten noch mit der Realität überein? Und wenn Sie mehr als eine/r  in Ihrem Unternehmen sind: Arbeiten die genannten Mitarbeiter überhaupt noch für Sie? Inhaltliche Änderungen einzelner Seiten oder Beiträge können Sie problemlos vornehmen. Sollte es gar nötig sein, einzelne Seiten oder Beiträge zu löschen, um sie durch neue zu ersetzen, denken Sie aber bitte an die passende Weiterleitung. Andernfalls gibt es unschöne 404-Fehlermeldungen. Und sollten Ihre Beiträge über mehr als eine Handvoll Revisionen verfügen, wäre es mal wieder an der Zeit, diese zu löschen. Wie das funktioniert? Siehe Beitrag zum Thema Revisionen löschen.

2. Inhalte: Bilder

Zu den inhaltlichen Aspekten gehören auch die Fotos und Graphiken. Befinden sich in Ihrer Mediathek nur die Medien, die Sie auch tatsächlich für Beiträge und Seiten nutzen? Die Erfahrung besagt, dass wir doch allzu oft Fotos und Graphiken mehrfach hochladen. Weil der Bildausschnitt nicht passt oder wir sonst einen Grund sehen, weshalb sich dieses konkrete Bild dann doch nicht eignet. Meist vergessen wir dann, die nicht benutzten Medien direkt wieder zu löschen. Im Nachhinein ist es aber leider oft gar nicht so einfach zu entscheiden, was hier ins Töpfchen oder ins Kröpfchen gehört. Dennoch sollten Sie sich die Zeit einmal nehmen. Wozu länger Überflüssiges mit sich herumschleppen?

3. Plugins

Bei den Plugins wird es in Sachen Ballast noch bedeutsamer. Ein Plugin ist schnell installiert. Dabei gerät jedoch allzu leicht in Vergessenheit, dass jede Funktionserweiterung auch den Gesamtumfang der Installation erweitert. Nicht nur das: Zudem kann es passieren, dass sich Plugins negativ auf die Performance Ihrer Website auswirken. Sprich: Aus einer hinreichend schnellen Website kann auf diese Weise plötzlich eine lahme Ente werden. Die entscheidende Frage lautet also nicht nur, ob Sie die einzelnen Plugin wirklich brauchen. Auch sollten Sie sich fragen, ob einzelne Plugins Ihre Website eventuell sogar maßgeblich ausbremsen. So kürzlich geschehen bei einer Kundin, die jahrelang echte Performance-Killer mit sich herumgeschleppt hat. Dabei waren diese zum Teil noch nicht einmal bedeutsam für Ihre Website.

Performance testen

Wenn Sie wissen wollen, wie es um die Performance Ihrer Website bestellt ist, testen Sie diese doch einfach mal mit Google PageSpeed Insights. Das kostenlose Tool gibt Ihnen nach nur wenigen Sekunden das Ergebnis für die Darstellung Ihrer Website sowohl mobil als auch Desktop aus. Dabei nutzt das Tool das bekannte Ampelprinzip, mit dem es den Zahlenwert von 0 bis 100 illustriert: rot, gelb und grün. Darüber hinaus gibt es Vorschläge aus, was Sie tun können, um das Ergebnis zu verbessern. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen grünen Wert gemeldet bekommen, ist jedoch relativ gering. Es sei denn, Sie benutzen bereits jegliche Option der Komprimierung, des sogenannten Cachings oder sogar solche wie Googles Angebot Accelerated Mobile Pages (AMP). Luft nach oben wird es also wahrscheinlich meist geben. Die Frage ist in meinen Augen also eher, wie sich Ihre Website einmal mit allen Plugins und einmal ohne Plugins macht.

Die Messung bei meiner Kundin ergab einen Unterschied von 20 Punkten. Sowohl für mobil als auch für Desktop. Das ist natürlich eine Menge Holz. Und völlig unnötig, wenn man die Funktionen gar nicht braucht. Nach der Bereinigung ist ihre Website vielleicht kein Rennwagen geworden. Zumindest aber haben wir die Handbremsen gelöst, weshalb sie wieder genügend gute Werte erreicht. Für sie hat sich das WordPress Aufräumen also gelohnt.

4. Datenbank

Sollten Sie sich von einigen Ihrer Plugins verabschiedet haben, macht es viel Sinn, nun einen Blick in die Datenbank zu werfen. WordPress braucht eigentlich nur elf Tabellen plus eine namens _termmeta. Alle weiteren, die Sie vielleicht vorfinden, gehören entweder zu noch immer aktiven Plugins. Oder sie sind Überbleibsel von gelöschten Plugins. Im ersten Fall dürfen Sie diese Tabellen natürlich nicht löschen. Wenn Sie jedoch anhand der Tabellenbezeichnung zuordnen können, dass sie zu bereits gelöschten Plugin gehören, sollten Sie diese Tabellen auch direkt löschen. Das ist nicht so schwer. Dennoch sollten Sie vor dem Löschen per Exportieren eine Sicherung anlegen. Wenn Sie sich zum Anschauen und Sichern der Datenbank einmal bei phpMyAdmin angemeldet haben, setzen Sie vor den zu löschenden Tabellen ein Häkchen und wählen aus, was Sie für markierte: tun wollen. Hier finden Sie die Option Löschen, die Sie mit OK bestätigen. Schwupp sind die markierten Tabellen weg.

5. Per FTP einen Blick in das Verzeichnis wp-content wagen

Schließlich können Sie noch per FTP, also zum Beispiel mittels Filezilla, einen Blick auf Ihren WordPress Ordner mit all seinen Dateien werfen. Hier finden Sie das Verzeichnis wp-content, das im wahrsten Sinne des Wortes Ihr Verzeichnis ist. Hier legen sich nämlich alle Dateien ab, die Sie in irgendeiner Form installiert (Themes, Plugins) oder hochgeladen haben (Bilder im Ordner uploads). Auch hier kann es sein, dass Sie Verzeichnisse und Dateien von eigentlich gelöschten Plugins vorfinden. Sie sollten sich aber schon sicher sein, was Sie nun von Hand löschen. Weshalb Sie bestenfalls vor dem Löschen eine Sicherung des kompletten wordpress Ordners vornehmen. So stellen Sie sicher, dass Sie fälschlich gelöschte Ordner und Dateien wiederherstellen können.

Wenn nun alles noch immer funktioniert: Herzlichen Glückwunsch, dann kann der Sommer ja kommen!


Beitragsbild: Britta Kretschmer

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