Kinderkriegen leicht gemacht mit WordPress Child Theme Plugin

WordPress Child Theme Plugin
Gehen eine innige Beziehung ein: Parent Theme und Child Theme

Update 16.01.2017

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: Nach weiteren Tests komme ich zu dem Schluss, dass – zumindest für mich – nichts über das Selbermachen geht.

Von daher: Per FTP Verzeichnis anlegen, style.css mit dem passenden Style Header und functions.php mit dem von wordpress.org empfohlenen enqueue-Vorgehen dort ablegen, Child Theme einmal testen und dann aktivieren – fertig. Dauert auch nicht so viel länger und macht keine Zicken.

Wenn das WordPress Theme der Wahl ein Kind bekommen soll, ist der herkömmliche Weg nicht zwangsläufig der erfreulichste. Erst recht nicht ist er der schnellste. Wie es funktioniert, ein Child Theme von Hand zu erstellen, erfahren Sie im Beitrag: Was ist ein Child Theme – und wie richte ich es ein? Nun sprechen wir hier aber von WordPress. Bekanntlich bietet das System Plugins wie Sand am Meer. Also stellt sich die Frage, ob es nicht auch ein WordPress Child Theme Plugin gibt. Und in der Tat: Mit dem Child Theme Configurator geht es mit dem Kinderkriegen nicht nur leichter, sondern auch noch schneller. Trotzdem sollten Sie schon wissen, was Sie da genau einstellen.

Das Child Theme Configurator Plugin

Nach der Installation und dem Aktivieren des Child Theme Configurators finden Sie dessen Einstellungsoptionen unter Werkzeuge > Kindthemen. Das Plugin baut im Laufe der Nutzung seine Optionen immer weiter aus und bietet schließlich insgesamt acht verschiedene Reiter an. Von denen brauchen Sie aber eigentlich nur zwei: den ersten (Parent/Child), der von Anfang an zu sehen ist, und den vorletzten (Dateien), der erst nach der Erzeugung eines Child Themes angezeigt wird.

Parent/Child in neun Schritten

Unter Parent/Child entscheiden Sie (1), ob Sie ein neues Child Theme erzeugen oder ein bestehendes bearbeiten wollen. Wählen Sie Erzeugen und (2) das Parent Theme, zu dem Sie ein Child Theme wünschen. Schritt (3) dient der Analyse, nach der sich die Optionen erweitern.

Mit Schritt (4) können Sie dem Verzeichnis in Ihrem wp-content Ordner einen anderen Namen geben. Oder Sie belassen es bei der Voreinstellung. Ähnliches gilt für Schritt (5): Belassen Sie es am besten bei der Voreinstellung (style.css). Bei Schritt (6) müssen Sie auch nichts machen, denn die Voreinstellung „Benutze die WordPress Stil-Warteschlange“ entspricht dem von WordPress empfohlenen Vorgehen des enqueue, also „einreihen“.

Bei Schritt (7) sollten Sie wieder aktiv werden: Hier können Sie die Angaben des Stylesheet Headers verändern. Mit Schritt (8) können Sie noch dafür sorgen, dass das Kind von seinen Eltern die Menüs, Widgets und Customizer-Einstellungen übernimmt. Schritt (9) erstellt dann Ihr Child Theme.

Dateien

Nun, da Sie Ihr Child Theme erstellt haben, können Sie wählen, welche Dateien Sie bearbeiten wollen. Denn nur dann macht ein Child Theme wirklich Sinn: wenn Sie Änderungen in den PHP-Dateien vornehmen wollen. Änderungen allein in den Styles können Sie auch mit einem Plugin für benutzerdefiniertes CSS bewerkstelligen.

Unter Eltern-Vorlagen finden Sie alle Theme-Dateien. Einzig die functions.php erscheint dort nicht, da das Plugin diese Datei für Sie erstellt und auch mit dem erforderlichen enqueue-Befehl füllt. Dennoch stehen reichlich PHP-Dateien für das Kopieren zur Verfügung. Bedenken Sie bei Ihrer Auswahl bitte immer, dass Sie beim nächsten Theme Update nicht mehr vom Schließen möglicher Sicherheitslücken profitieren. Wählen Sie also nur diese Dateien aus, die Sie tatsächlich bearbeiten wollen. Klicken Sie auf „in gewähltes Kindthema kopieren“.

Wenn Sie möchten, können Sie hier auch einen eigenen Screenshot für Ihr Child Theme hochladen. Ansonsten benutzt das Child Theme das Bild des Parent Themes.

Das Child Theme testen und aktivieren

Bevor Sie Ihr Child Theme aktivieren, sollten Sie es erst einmal testen. Gehen Sie hierzu zu Design > Themes. Hier finden Sie nun Ihr Child Theme, das Sie vor dem Aktivieren erst einmal per Live-Vorschau testen sollten. Wenn alles so aussieht, wie Sie es wünschen, aktivieren Sie es.

Bei Bedarf: Styles kopieren

Wenn Sie sich nun die style.css Ihres Child Themes anschauen, zum Beispiel per Design > Editor, werden Sie feststellen, dass dort nicht viel drin steht. Einzig der wichtige Stylesheet Header mit seinen Angaben wie Theme Name, Autor, Beschreibung etc. ist vorhanden. Technisch definitiv nicht nötig, in Hinblick auf Performance auch nicht gerade sinnvoll, die Arbeit aber tatsächlich erleichternd: Sie können die Styles des Parent Themes in die style.css des Child Themes kopieren. Die Angaben finden Sie entweder im Rahmen des Reiters Basisstile des Configurator-Plugins oder im Design > Editor oben rechts über die Auswahl des Parent Themes.

Nach der Erstellung Ihres Child Themes können Sie das WordPress Child Theme Plugin direkt deinstallieren und löschen. Zwar bietet das Plugin Funktionen für die weitere Bearbeitung Ihres Child Themes an, die auf der Website des Anbieters auch ausführlich (allerdings auf Englisch) dokumentiert sind. Ihre Anpassungen können Sie aber sehr wohl auch im Rahmen der von WordPress selbst zur Verfügung gestellten Möglichkeiten erledigen.

Alles Mist? Ein Child Theme löschen

Ein Child Theme können Sie übrigens genauso wie jedes andere Theme über Design > Themes auch wieder löschen. Klicken Sie hierfür einmal auf das Child Theme. Die Option Löschen finden Sie unten rechts. Löschen Sie aber nicht das Parent Theme, wenn Sie Ihr Child Theme nutzen wollen. Ohne Eltern kann das Kind nämlich nicht existieren, dazu ist die Bindung einfach zu stark.


Beitragsbild: Britta Kretschmer

 

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