Warum wir beim ersten Seitenaufruf (noch) keinen Cookie-Hinweis schalten

Schoko-Cookies und Kaffee
Cookie-Hinweis: Diese Kekse können Spuren von Schokolade beinhalten

Immer häufiger trifft man als Internetnutzer auch hierzulande auf sie: Cookie-Hinweise vor dem ersten Seitenaufruf einer Website. Platziert am oberen oder unteren Fensterrand informiert der Hinweis über die Tatsache, dass bei weiterer Nutzung der Website Cookies zum Sammeln von Daten genutzt werden, und bitten um Zustimmung. Wer seine Zustimmung nicht geben mag, dennoch die Website nutzen möchte, kann das sicherlich tun, hat bei Smartphone-Nutzung nur oft das Problem, dass vom eigentlichen Inhalt der Seite kaum noch was zu sehen ist. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich stimme nämlich nie zu.

Was sind eigentlich Cookies?

Cookies sind kleine Textdateien, die das Internetleben komfortabler machen sollen. Auf Veranlassung einer Website speichert Ihr Browser solche kleinen Textdateien auf Ihrer Festplatte ab. Dies kann auf eine einzelne Browsersitzung bezogen sein; in diesem Fall spricht man von einem Sitzungs-Cookie (oder auch Session-Cookie). Oder die Speicherung wirkt länger nach, dann spricht man von dauerhaften Cookies, die allerdings auch ein Verfalldatum haben.

Unterschiedliche Cookie Zwecke

Cookies unterscheiden sich aber nicht nur in Hinblick auf ihre Halbwertszeit. Sie dienen auch unterschiedlichen Zwecken. Zum einen sind da jene, die der eigentlichen Sache dienen. Nehmen wir die Anmeldung zum Backend Ihrer WordPress-Website. Würde Ihr Browser hier keinen Cookie akzeptieren, müssten Sie sich bei jedem neuen Seitenaufruf neu anmelden. Das wäre sehr lästig. Ähnliches gilt für Onlineshops, bei dem der Kaufvorgang Sie über mehrere Seiten führt.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene Cookies, die reinen Werbezwecken dienen. Sie kennen das: Kaum haben sich einmal irgendwo über ein Produkt informieren wollen, und schon verfolgt Sie dieses (vorübergehende) Interesse über Tage oder Wochen hinweg. Aller Orten taucht entsprechende Werbung auf. Verantwortliche dafür sind sogenannte Tracking- und Targeting-Cookies.

Die EU Cookie-Richtlinie

Bereits 2009 hat sich die Europäische Union der Frage angenommen, wie mit Cookies zu verfahren sei, und hat eine Richtlinie herausgegeben, die von den Mitgliedsstaaten umzusetzen war. Aus dieser Richtlinie geht hervor, dass besagte Tracking- und Targeting-Cookies nur gesetzt werden dürfen, wenn der einzelne Nutzer dem zugestimmt hat. Ein derartiges Vorgehen, dass auf Zustimmung vorweg basiert, nennt sich Opt-in-Verfahren. Dem gegenüber steht das sogenannte Opt-out-Verfahren, bei dem Nutzer nachträglich die Möglichkeit des Widerspruchs haben.

Eine EU-Richtlinie stellt an sich kein Gesetz dar, vielmehr fordert sie die Mitgliedsstaaten dazu auf, bis zu einem vorgegebenen Zeitpunkt ein entsprechendes nationales Gesetz zu erlassen. Deutschland hätte dies bis 2011 tun müssen, beruft sich aber – durchaus in Absprache mit Brüssel – auf § 15 Abs.3 Telemediengesetz (TMG). Hieraus geht hervor, dass Website-Betreiber ihre Nutzer auf Tracking- und Targeting-Cookies hinweisen und ihnen die Möglichkeit des Widerspruchs anbieten müssen. Dies kann im Rahmen der Datenschutzerklärung geschehen. Das deutsche Recht kennt aktuell also keine Pflicht für das Opt-in-Verfahren.

Verunsicherung trifft auf Google Forderung

Datenschützer sind nicht glücklich mit diesem Vorgehen. Die EU Cookie-Richtlinie wollte eine Zustimmung vorweg. Warum sollte in Deutschland der Widerspruch hinterher reichen? Kein Wunder also, dass hierzulande reichlich Unsicherheit existiert, die auch uns als Betreiber von Internetkurse Köln nicht unberührt lässt.

Seit letzten Herbst kommt nun hinzu, dass Google von seinen Nutzern der Angebote Google AdSense, DoubleClick for Publishers und DoubleClick Ad Exchange das Opt-in-Verfahren verlangt. Aktuell sind die viel größeren Google Analytics und Google Adwords davon noch nicht betroffen, Fachleute gehen aber davon aus, dass das auch noch kommen wird.

Warum sparen wir uns nun den Cookie-Hinweis vorweg?

Das mal vorweg: Wie benutzen keines der vorgenannten Google Angebote. Tatsächlich gab es eine vorübergehende Nutzung von Analytics und Adwords. Von Analytics haben wir uns schnell wieder verabschiedet, Adwords liegt auf Eis.

Auch sonst nutzen wir keinerlei Tracking- und Targeting-Cookie, auch nicht in Hinblick auf Social Media Portale. Dank dem Social Media Plugin Shariff sorgen wir vielmehr dafür, dass Facebook und co keine Kenntnis von unseren Nutzern erhalten, die keine unserer Inhalte dort teilen. Ihre Anonymität gegenüber den Social Media Anbietern bleibt also bewahrt, bis Sie sich dafür entscheiden, diese aufzugeben.

Tatsächlich ist die Nutzung unserer Website ohne Cookies möglich. Wer bei uns nur liest, seien es die Kursbeschreibungen oder die Blogbeiträge, bekommt von uns keinen Cookie zugeschickt.

Die konkreten Cookies, die wir veranlassen

Wer hingegen einen Kurs, einen Workshop oder einen Gutschein bestellt, erhält drei Cookies. Diese kommen alle durch das für den Online-Shop verantwortliche Woocommerce-Plugin. Zwei von ihnen werden nach Ende der Browser-Sitzung gelöscht. Der dritte überdauert 48 Stunden. Der Zweck ist es, Artikel, die Sie in den Warenkorb gelegt haben, dort für Sie bereitzuhalten, bis Sie sich entschieden haben, ob Sie tatsächlich bestellen wollen.

Ferner setzen wir Cookies, wenn Sie einen unserer Blogbeiträge kommentieren. Dabei handelt es sich um zwei dauerhafte Cookies, die auch relativ hartnäckig sind. Ein am heutigen Tag hinterlassener Kommentar, der auf Freischaltung wartet, wird erst am Ende des Monats durch Ihren Browser von Ihrer Festplatte wieder gelöscht.

Das war es.

Natürlich setzt WordPress bei uns weitere Cookies, wenn wir uns zur Bearbeitung unserer Website anmelden. Da Sie das aber gar nicht können, muss Sie das auch nicht interessieren. Von Interesse für Sie ist sicherlich noch, dass Sie keinen Cookie von uns bekommen, wenn Sie uns über eines unserer Kontaktformulare anschreiben.

Cookies kann man auch abschalten und löschen

Sie können Ihren Browser dazu veranlassen, gar keine Cookies zu akzeptieren. Oder einzelne Websites davon ausschließen, Ihnen Cookies schicken zu dürfen. Auch können Sie einzelne oder alle bereits gespeicherten Cookies löschen. Wie das geht, hängt von Ihrem Browser ab. Im Allgemeinen findet sich die Option unter Einstellungen.

Wenn Sie selbst ausprobieren wollen, wie das mit unserer Website und Cookies funktioniert, hier eine kleine Anleitung für Google Chrome Browser.

Cookie Daten, die unsere Website veranlasst, im Google Chrome Browser
Cookie Daten, die unsere Website veranlasst, im Google Chrome Browser
  1. Öffnen Sie Google Chrome und wählen Sie unter Einstellungen die Option Erweiterte Einstellungen anzeigen. Hier sehen Sie den Punkt Datenschutz. Klicken Sie auf Inhaltseinstellungen. Es öffnet sich ein Fenster. Klicken Sie unter Cookies auf Alle Cookies und Websitedaten.
  2. Hier finden Sie alle Cookies von allen Websites, die Sie besucht haben. Die Liste ist alphabetisch sortiert. Sollten Sie bereits Cookies von uns bekommen haben, finden Sie diese also irgendwo unter i.
  3. Öffnen Sie einen weiteren Tab, gehen Sie dort auf unsere Website und legen Sie etwas in den Warenkorb.
  4. Gehen Sie zurück zu dem Tab mit den Einstellungen und aktualisieren Sie die Seite mit F5. Jetzt sehen dort unsere drei Cookies. Deren Inhalt können Sie sich anschauen, indem Sie erst auf die Zeile, dann auf den einzelnen Cookie klicken. Möchten Sie diese drei Cookies direkt löschen, klicken Sie auf das am Ende der Zeile.

Persönliche Anmerkung der Autorin

Ich persönlich bin kein Fan von Werbe-Cookies und auch kein Fan dieser Cookie-Hinweise auf Startseiten. Ich möchte nicht zustimmen. Also stimme ich auch nicht zu. Entsprechend nutze ich diese Websites, die meine Zustimmung verlangen, so wenig wie möglich. Insofern bin ich dem Hinweis dann doch dankbar, weil er mich daran erinnert, schnell wieder zu gehen.


Beitragsbild: Britta Kretschmer

 

1 Anmerkung zu “Warum wir beim ersten Seitenaufruf (noch) keinen Cookie-Hinweis schalten

  • 16. Mai 2018 um 15:00
    Permalink

    Sehr schoener Beitrag!

    Da ich Betreiber einer kleinen privaten Website bin, habe ich mich versucht zu dem Thema schlau zu machen.

    Dass es so kompliziert wird, habe ich nicht gedacht…
    Leider werde ich wohl so einen doofen Hinweis irgendwo platzieren, denn ich habe keine Lust, mich in eins zwei Monaten, mit irgendeiner Abmahnwelle auseinander zu setzen… auch wenn ich den Hinweis auch haette bleiben lassen koennen.

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