WordPress Plugins alte Version wiederherstellen

WordPress Plugins alte Version wiederherstellen

Shit happens. Normalerweise bringt das Aktualisieren eines Plugins keinerlei Probleme mit sich. Ganz im Gegenteil: Das Update bereinigt vielleicht mehr oder weniger kleine Unschönheiten. Vielleicht bringt es sogar lang ersehnte Verbesserungen mit. Oder es liefert Neuerungen, von denen man noch gar nicht zu träumen gewagt hatte. Es kann aber auch passieren, dass das Update einen Fehler liefert, der vorher gar nicht da war. Im schlechtesten Fall funktioniert dann die ganze Website nicht mehr. Aber auch wenn der Fehler nur einen Teilaspekt betrifft, stellt sich die Frage: Wie kann ich für WordPress Plugins die alte Version wiederherstellen?

WordPress Plugins alte Version wiederherstellen nur im Notfall

Grundsätzlich gilt, dass man aus Sicherheitsgründen immer die aktuelle Version eines jeden Plugins nutzen sollte. Das Wiederherstellen einer alten Version kann also immer nur die Ausnahme sein und nur im Notfall erfolgen!

Konkreter Fall: Das Plugin Responsive Lightbox & Gallery

Die Frage, wie sich für WordPress Plugins eine alte Version wiederherstellen lässt, kam jüngst im Zusammenhang mit meinem Beitrag zur Gutenberg Masonry Gallery auf. Ich hatte dort erwähnt, dass das Plugin Responsive Lightbox & Gallery in seiner aktuellen Version 2.2.3.1 das Einbinden von Galerien unmöglich macht. Also brauchte es die Vorversion 2.2.2, mit der das noch problemlos funktionierte.

Update 17.08.2020

Nach dem Update auf WordPress 5.5 kann ich das Wiederherstellen der alten Version des Plugins Responsive Lightbox & Gallery nicht länger empfehlen. Die alte Plugin-Version sorgt nämlich für einen fatalen Fehler unter den neuen Rahmenbedingungen!

Im Beitrag zur Gutenberg Masonry Gallery zeige ich nun, wie sich Galerien mittels Shortcode Block einbinden und in gewünschter Breite ausgeben lassen.

Im Beitrag hatte ich aber nicht erwähnt, wie sich das Wiederherstellen bewerkstelligen lässt. Ein Leser fragte nach, ob ich ihm die Vorversion zuschicken könnte. Das machte mir klar, dass offenbar doch nicht jeder über eine Sicherung verfügt. Denn das ist natürlich die beste und einfachste Quelle, die jeder Website-Betreiberin zur Verfügung stehen sollte.

Drei Wege zur Vorversion eines WordPress Plugins

1. Vorversion aus Sicherung beziehen

Die einfachste, beste und sicherste Quelle für eine alte Version des WordPress Plugins ist die eigene Sicherung der Website.

  • Einfachste, weil es kein langes Suchen erfordert.
  • Beste, weil man dabei vielleicht mal wieder was lernt.
  • Sicherste, weil es bedeutet, dass man sich Gedanken um die Datensicherung macht.

Wem das also noch nicht klar ist: Die Dateien eines jeden Plugins, das man im WordPress Backend installiert hat, finden sich auf dem Server im Verzeichnis /wp-content/plugins/. Dort heißen die einzelnen Plugin-Verzeichnisse im Allgemeinen so, wie die Plugins eben heißen. So oder so sind sie wiedererkennbar benannt.

Für den Zugriff auf den Server braucht es ein FTP-Programm wie Filezilla. Zudem natürlich auch die passenden Zugangsdaten. Kunden empfehle ich immer, die regelmäßige Datensicherung an eine andere regelmäßige Schreibtisch-Tätigkeit zu binden. Wenn man also mal wieder zum Beispiel Steuerunterlagen sortiert, kann man nebenbei auch die Sicherung aller WordPress Dateien und Verzeichnisse laufen lassen. Die Datenbank sollte man sich sowieso regelmäßig zuschicken lassen.

Auch für das Wiederherstellen einer alten Version eines WordPress Plugins braucht es den FTP-Zugriff. Der dient nun dem Upload des wiederherzustellenden Plugin-Verzeichnisses. Entweder überschreibt dieses die vorhandene Version auf dem Server. Oder man benennt die vorhandene Version zuvor um. Sagen wir durch das Hinzufügen eines x. Das kann später aber zur Verwirrung führen. Dann muss man im Blick behalten, welche Version die aktive sein soll.

Ist das alte Plugin-Verzeichnis auf dem Server gelandet, wird WordPress melden, dass es für diese alte Plugin-Version ein Update gibt. Nämlich genau jenes, dessen man sich gerade entledigt hat.

2. WordPress.org als Quelle nutzen

Die zweitbeste Möglichkeit für das Wiederherstellen einer alten Plugin-Version ist WordPress selbst. Allerdings hat WordPress diese Option ziemlich gut versteckt. Das hat sicherlich einen guten Grund. Schließlich geht es ja aus Sicherheitsgründen darum, möglichst immer die aktuelle Version eines jeden Plugins zu nutzen.

Wenn es aber wie im oben genannten konkreten Fall nötig ist, eine alte Version eines WordPress Plugins wiederherzustellen, bietet wordpress.org dies über die Erweiterte Ansicht. Dieser Link ist auf jeder Plugin-Seite in der rechten Seitenspalte zu finden. Und zwar direkt unterhalb der Tabelle, die die Versionsnummer, die Anzahl der aktiven Installationen und die Schlagwörter auflistet.

Die Erweiterte Ansicht, die vielleicht auch Advanced View heißt, führt direkt zu (Überraschung!) der Erweiterten Ansicht dieses Plugins. Dort stehen als Erstes statistische Angaben, graphisch und tabellarisch dargestellt. Darunter finden sich schließlich die Erweiterten Optionen und mit ihnen die Möglichkeit, eine Vorherige Version herunterzuladen.

Der Upload auf den eigenen Server erfolgt dann wie unter 1. Vorversion aus Sicherung beziehen mittels eines FTP-Programms. Allerdings sollte man hier vor dem Upload die frisch bezogene zip-Datei erst einmal entpacken.

3. Das Plugin WP Rollback nutzen

Schließlich kann man zum Wiederherstellen einer alten Plugin-Version ein Plugin nutzen. WP Rollback heißt es und erledigt den Job auch für Themes. Ob es sich im Zweifel auch selbst zurücksetzen könnte, ist mir nicht bekannt. Ich habe es auch noch gar nicht ausprobiert. Weil ich in Sachen Plugins immer nach dem Motto handele: So wenig wie möglich, so viele wie nötig.

Nötig erscheint mir jedenfalls die Nutzung eines Plugins zur Wiederherstellung eines anderen nicht wirklich. Aber wer sich mit FTP-Programmen schwertut, bevorzugt vielleicht diesen Weg.

Ausharren, bis ein Update für das Update verfügbar ist

Wenn die Funktion, die durch das Update nicht mehr verfügbar war, wiederhergestellt ist, bleibt nur noch das Warten auf das nächste Update. Manche Plugin-Autoren sind da sehr schnell. Andere lassen auf sich Zeit. Allzu ungeduldig wäre ich aber nicht. Schließlich bieten die meisten ihre Plugins nebenbei und unentgeltlich an.

Ausnahmen in Sachen Geduld sehe ich eigentlich nur, wenn es um sicherheitskritische Aspekte geht. Wer dann nicht zeitnah reagiert, muss sich nicht wundern, wenn die Nutzung des Angebotes plötzlich arg in den Keller geht.


Beitragsbild: Britta Kretschmer

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