WordPress sichern – mit Filezilla und WP-DB-Backup

Dieser Beitrag ist älter als zwei Jahre. Es kann also sein, dass auch der Inhalt - zumindest in Teilen - bereits veraltet ist.

Eines sollte klar sein: Sie müssen Ihr WordPress sichern, und zwar regelmäßig. Dabei muss Ihnen bewusst sein, dass es eine Sicherung immer aus zwei Komponenten besteht: aus Ihrer Datenbank sowie aus allen Dateien, die sich in Ihrem wordpress-Verzeichnis (mindestens aber im Verzeichnis wp-content) befinden. Wenn Sie schon einen Schwerpunkt legen wollen, dann sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit der Datenbank schenken. Zwar reicht die alleine bei der Wiederherstellung nicht aus, aber hier finden die meisten Änderungen statt. Deshalb gilt die Grundregel:

Erstellen Sie vor jedem WordPress Update ein komplettes Backup. Ihre Datenbank hingegen sichern Sie wöchentlich.

Was weg ist, ist weg!

Sollten Ihre Daten auf Ihrem Server verloren gehen, dann sind die auch tatsächlich verloren. Oder wie wir hier in Köln zu sagen pflegen: Wat fott es, es fott. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie sich nun selbst an die Wiederherstellung Ihrer Website machen oder einen Spezialisten beauftragen: Wenn keine Datensicherung vorliegt, sieht es traurig aus. Liegt zumindest eine zeitnahe Version der Datenbank vor, ist der Aufwand zwar immer noch sehr hoch, alles in allem ist es aber wahrscheinlich machbar.

Je nach Hosting-Anbieter stellt dieser Ihnen ein regelmäßiges Backup zur Verfügung. Sagen wir: Sicherungen der letzten fünf Tage. Das ist super. Im Zweifel aber sollten Sie sich nicht alleine darauf verlassen. Es kann auch hier zu Fehlern kommen. Ihnen muss bewusst sein, dass Sie letztlich für Ihre Daten selbst verantwortlich sind.

WordPress sichern – das raten wir unseren Kunden

Es gibt verschiedene Methoden, eine WordPress Installation zu sichern. So gibt es zum Beispiel Plugins als Bezahlangebote, die die Aufgabe komplett und regelmäßig für Sie erfüllen. Dagegen ist nichts zu sagen. Allerdings kann man auf die Idee kommen, in Frage zu stellen, wo die eigenen Daten dann bitte schön eigentlich lagern. Vielleicht in irgendwelchen Wolken, auf Servern irgendwo im Ausland? Was steht denn dann da in den Datenschutzbestimmungen?

Auch steht die Frage im Raum, was Sie denn eigentlich sichern wollen.

  • Ihr Blog, auf dem Sie tagtäglich Beiträge veröffentlichen und unzählige Kommentare erhalten?
  • Oder geht es doch eher um eine Website, auf der Sie nur alle paar Wochen oder gar Monate etwas verändern?
  • Und wie umfangreich ist Ihre Website? Hat sie vielleicht nur wenige Seiten und eine Handvoll Beiträge?
  • Oder geht die Anzahl der Beiträge bereits in die Hunderte?

Ihre Strategie und die Methode, mit der Sie WordPress sichern wollen, hängt maßgeblich von Ihren Antworten auf diese Fragen ab. Dabei gilt: Je mehr es zu sichern gibt, desto größer sollte Ihre Bereitschaft sein, Bezahlangebote wie VaultPress oder BackupBuddy in Betracht zu ziehen.

Eine durchschnittlich kleine WordPress Installation hingegen lässt sich problemlos selbst sichern. Wer nicht ständig Änderungen vornimmt und Neues veröffentlicht, fährt gut damit, das Backup aller Dateien vor der nächsten WordPress Aktualisierung mit dem FTP-Programm Filezilla zu realisieren und das kostenfreie WordPress Plugin WP-DB-Backup für die Datenbank zu nutzen.

Datensicherung mit Filezilla

Das FTP-Programm Filezilla sollten Sie schon seit der Installation von WordPress auf Ihrem Rechner haben. Aber auch selbst wenn jemand anderes die Installation für Sie übernommen hat, sollten Sie in der Lage sein, auf Ihren Server und Ihre Dateien jederzeit direkt zugreifen zu können. Dafür brauchen Sie ein sogenanntes FTP (File Transfer Protocol) Programm wie Filezilla. Sollten Sie das noch nicht haben, laden Sie es sich ohne Adware von der Heise Website herunter und führen die Installation aus: https://www.heise.de/download/product/filezilla-18785

WordPress sichern mit Filezilla
Alle WordPress Dateien mit Filezilla sichern

Für den Zugriff auf Ihren Server mittels Filezilla brauchen Sie Ihre FTP-Zugangsdaten: Server, Benutzername und Passwort. Nach der Eingabe dieser Daten und der Bestätigung sehen Sie in den beiden Fenstern links die Verzeichnisse Ihres Rechners, während die beiden Fenster rechts die Verzeichnisse Ihres Servers zeigen.

Erstellen Sie sich auf Ihrer Festplatte ein Verzeichnis für Ihre Sicherung. Nun suchen Sie rechts auf dem Server das Verzeichnis wordpress. Das können Sie ganz einfach auf Ihre Festplatte kopieren, indem Sie es mit der linken Mouse-Taste festhalten und ziehen. Der Kopiervorgang dauert einige Minuten. Dieses Vorgehen stellt aber sicher, dass Sie wirklich alle Dateien sichern, nicht nur die in Ihrem Verzeichnis wp-content.

Datenbanksicherung mit dem Plugin WP-DB-Backup

Der direkteste Weg, die Datenbank zu sichern, geschieht sicherlich mittels des Programms phpMyAdmin, das auf jedem Server installiert sein sollte. Allerdings stellt dieses Vorgehen an Sie eine neue Herausforderung: Man sollte damit erst einmal ein bisschen vertraut machen, andernfalls kann viel kaputtgehen. Deshalb schlagen wir unseren Kunden immer das WordPress Plugin WP-DB-Backup vor. Nach der Installation finden Sie diese kleine Funktionserweiterung unter Werkzeuge > Backup. Das Schöne an dem Plugin: Es zeigt Ihnen alle Tabellen, die sich mittlerweile in Ihrer Datenbank befinden. Das können nämlich durchaus mehr Tabellen sein, als eine frische WordPress Installation benötigt. Grund dafür sind andere Plugins, die ihre Daten hier ablegen.

Datenbank mit WP-DB-Backup sichern
Mit WP-DB-Backup können Sie Ihre Sicherung auch planen

Sie können nun entscheiden, welche Tabellen Sie zusätzlich zu den grundlegend nötigen sichern möchten, und diese hinzuwählen. Die Sicherung kann nun direkt vonstatten gehen, indem Sie Jetzt sichern! anklicken. Das Plugin produziert dann eine gepackte Datei, die Sie auf Ihrer Festplatte im Verzeichnis Ihrer Wahl abspeichern oder sich per E-Mail zuschicken lassen. Mit dem Plugin können Sie aber auch eine regelmäßige Sicherung der Datenbank planen. Hierzu legen Sie die Frequenz fest (einmal wöchentlich oder gar täglich) und hinterlegen die E-Mail-Adresse, an die die Mailfunktion Ihrer WordPress Installation die gepackte Datenbank-Datei schicken soll.

Warum wir zu diesem Vorgehen raten

Es gibt sicherlich noch andere Plugins, die der Sicherung dienen, so auch solche, die nicht nur die Datenbank, sondern auch alle Daten im wp-content-Verzeichnis berücksichtigen. Wir raten aber unseren Kunden zu dem händischen Vorgehen, weil wir der Ansicht sind, dass WordPress Betreiber ihre Installation nicht nur aus der Sicht des Backends kennen sollten. Indem Sie immer wieder direkt auf Ihren Server zugreifen, erweitern Sie Ihr Verständnis für Ihre WordPress Installation. Und damit auch für die Sicherheit: Es lohnt sich, einen Blick dafür zu bekommen, ob sich zum Beispiel plötzlich Dateien auf Ihrem Server befinden, die dort nichts zu suchen haben. Diesen Blick können Sie aber nur entwickeln, wenn Sie ihn schon das ein oder andere Mal gewagt haben.

Allzu oft müssen Sie jedenfalls nicht Ihr WordPress sichern. Größere WordPress Updates gibt es bestenfalls drei bis viermal im Jahr. Die 15 Minuten, die Sie für das Sichern einplanen sollten, stellen sicherlich kein Problem dar. Und die wichtige Datenbank erhalten Sie bei dem uns vorgeschlagenen Vorgehen ohnehin regelmäßig.

 


Beitragsbild: Britta Kretschmer

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